Suryoye

Suryoye

Wir sind die Erben alter Zivilisationen aus dem antiken Mesopotamien und Syrien. Unsere Ursprungsregion gilt als die Wiege der Zivilisation. Unsere frühen Vorfahren haben Errungenschaften hervorgebracht, die als Meilensteine der Menschheitsgeschichte anerkannt sind – greifbare Ausdrucksformen einer Kultur, die der Menschheit die Schrift, das Rad, die ersten Gesetzbücher und die Mythen geschenkt hat, welche die großen Weltreligionen geprägt haben. Die aramäische Sprache haben wir vom Altertum in die Moderne gereicht. Ihr bekanntester Sprecher ist Jesus von Nazareth.

Bei der Verbreitung des Christentums haben wir eine Vorreiterrolle übernommen: Wir gehörten zu den Ersten, die das Christentum friedlich in die Welt trugen – wir gründeten die erste christliche Gemeinde und verkündeten das Evangelium bis nach Afrika, Indien und China.

Im Laufe der Geschichte haben wir auch Rückschläge, Verluste und Katastrophen erlebt. Im 20. Jahrhundert erreichten diese Entwicklungen ihren Höhepunkt mit der beinahe vollständigen Auslöschung unseres Volkes – vor allem der Völkermord von 1915, den wir als Sayfo – „das Jahr des Schwertes“ kennen hat unsere Gemeinschaft grundlegend verändert.

Unsere dezimierte Gemeinschaft wurde aus ihrer jahrtausendealten Heimatregion entwurzelt und die Diaspora begann. Seit mehr als 100 Jahren wird von Jahrzehnt zu Jahrzehnt aufgrund weiterer Vertreibungen bis zuletzt aus dem Irak und Syrien die Diaspora größer, die Bedeutung in der Heimat schwindet.

Doch wir haben uns geweigert. Obwohl wir und unsere Sprache vom Aussterben bedroht sind, leben wir weiter. Über alle Kontinente der Welt verstreut, gedeihen unsere Gemeinschaften, unsere Traditionen widerstehen dem Druck der Assimilation.

Die Erhaltung dieser uralten Geschichte und Tradierung unserer Kultur und unserer Sprache in die Gegenwart und auch in die Zukunft, bleibt daher nicht nur eine moralische Pflicht – sie ist ein Akt der Bewahrung des Erbes der gesamten Menschheit.